So findest Du nachhaltige Projekte - 5 Tipps für Dich!

Blogbeitrag zur 5. Folge des Podcasts Affenzrikus.

Michi küsst einen Affen

Einmal in Afrika in Berührung mit den Big 5 kommen, ein Affenbaby im Arm halten und etwas Gutes für die Umwelt tun. Klingt perfekt? Jein! 

Die Tourismusbranche der Freiwilligenarbeit boomt und damit rückt die einstige Priorität – das Wohl der Tiere – für das Wirtschaftswachstum, Profit und Macht in den Hintergrund. Viele Menschen verlieren nämlich völlig aus den Augen, dass es bei Tierschutz um das Tier geht und dass sein Wohl im Fokus steht. Daher haben es grausame Petting und Breeding Farmen, die mit der Jagd zusammenarbeiten, immer leichter. Wer also Tiere schützen will, muss wissen, was eine Tierschutzstation von touristischen Angeboten unterscheidet.

Um eine nachhaltige Station zu erkennen, solltest Du daher auf diese fünf Dinge achten:

1. Kein direkter Kontakt zwischen Touristen und den Tieren

Hands-On-Projekte sind in der nachhaltigen Freiwilligenarbeit selten. Dennoch erfordert die Arbeit mit Pavianen beispielsweise, dass Helfer sie betreuen, füttern und aufziehen. Es macht jedoch einen gravierenden Unterschied, ob Helfer und Arbeiter mit den Tieren interagieren oder Touristen, die im schlimmsten Fall dafür bezahlen. Ein Paradebeispiel für Tierquälerei ist das Cub Petting von Großkatzenjungtieren, Lion Walks oder Primaten, die zur reinen Unterhaltung dienen. Bedenke bitte immer, dass Du mit Wildtieren arbeiten wirst, deren Bestimmung es ist, wild zu sein!

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2. Keine Unterhaltungsangebote mit Tieren

Wie oben bereits erwähnt, sollte weder Kontakt zwischen Tieren und Touristen herrschen, noch sollten die Wildtiere zur Unterhaltung Fremder, Helfer oder Arbeiter eingesetzt werden. Vor allem bei Angeboten, welche die Tiere zu Fotoshootings freigeben, solltest Du vorsichtig sein. Wie sehr nützt es einem Tier, an einer Fotosession bei einer Hochzeit teilzunehmen? Stresst es das Lebewesen nicht vielmehr? – Nachhaltige Projekte haben immer das Wohl der Tiere im Blick. Sie mögen Touristen und Einheimische schulen und rundführen, sie jedoch nicht bespaßen.

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3. Keine Zucht von Tieren

Das oberste Ziel nachhaltiger Freiwilligenarbeit ist die Auswilderung oder eine argerechte Haltung, die die Tiere nicht vermenschlicht, sollte keine Freilassung mehr möglich sein. Eine Station, die sich nur darauf spezialisiert, hat keinen Nutzen in der gezielten Zucht. Es macht jedoch einen Unterschied, ob sich die Tiere eigenständig in der Menschenhaltung fortpflanzen. So werden Meerkatzengruppen erst ausgewildert, sobald sie eigenständig Nachwuchs produzieren, um sicherstellen zu können, dass die Gruppe überlebensfähig und stabil ist.

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4. Kein Verkauf der Tiere

Dieser Punkt sollte sich von alleine erklären. Tierschutz schließt das Geschäft und den Handel mit Tieren generell aus!

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5. Antworten bei Nachfragen

Es ist absolut legitim als Helfer Fragen zu haben und diese zu stellen. Eine nachhaltige Station sollte mit Transparenz und Aufgeschlossenheit arbeiten und auf Deine Fragen und Bedenken eingehen, denn sie ist auch darauf bedacht, ihre Helfer zu schulen. Natürlich solltest Du darauf achten, nicht in unpassenden Momenten zu stören und Dich an die Höflichkeitsformen des jeweiligen Landes halten, aber generell sollte Deinem Anliegen mit Offenheit begegnet werden.

 

Bitte achte immer auf diese 5 Dinge, damit Du Tiere wirklich schützt!

Freiwilligenarbeit ist, wie oben genannt, leider eine Branche, die viel zum Tierleid beiträgt, weshalb man eine potenzielle Station besonders unter die Lupe nehmen muss. Aber wer in einem nachhaltigen Projekt arbeitet, verändert damit das Leben vieler Tiere, die ohne Dich und die anderen Helfer keine Chance gehabt hätten!


Und glaube mir: Nichts ist emotionaler als der Abschied Deines einstigen Schützlings, der sich nun aufmacht, um die freie Welt zu erkunden! Du bringst den Tieren zwar nur das Laufen bei, aber dank Dir können sie eines Tages fliegen.

 

Möchtest Du mehr zu dem Thema erfahren? Dann lass Dich in meinem Podcast Affenzirkus sehr gerne von mir in den afrikanischen Dschungel entführen!

 

Podcast Cover Folge 5